Eigentlich waren die Bettwanzen schon aus den Matratzen verschwunden. Dachte man !
In den letzten Jahren werden die Gesundheitsbehörden wieder zunehmend mit dem Befall von Bettwanzen konfrontiert. Diese possierlichen Tierchen lieben die Wärme und die finden Sie idealerweise im Bett. Ein Befall kann evtl. festgestellt werden durch einen spezifischen süsslichen Gestank, oder durch Kottröpfchen auf der Bettwäsche.
In solchen Fällen sollten Sie schleunigst einen Fachmann zu Rate ziehen, der Insektizide einsetzen wird. Da jedoch die Eier oftmals in schlecht zugänglichen Ritzen oder hinter Verschalungen abgelegt wurden, lassen sie sich durch die Vernebelung nicht immer sicher erreichen. Auch sind die Insekten nicht in allen Entwicklungsstadien gleich auf die verfügbaren Insektizide empfindlich. Aus diesem Grunde sollte die Entwesung wöchentlich wiederholt werden.
Aber nicht nur mangelnde Hygiene kann die Ursache sein, auch über antiquarische Möbel oder Bilder können die unliebsamen Mitbewohner in die eigenen vier Wände gelangen. Nicht selten ist zudem der Import von Bettwanzeneiern oder -larven aus tropischen Urlaubsländern über das Reisegepäck.
Die Tiere sind nachtaktiv. Die Atemluft lockt sie aus Wänden, Steckdosen und Fußleisten hervor. Nicht selten krabbeln Bettwanzen auf der Zimmerdecke und lassen sich von dort auf ihr im Bett liegendes Opfer fallen. Die Stiche der Tiere sind an einer breitflächigen Hautrötung in der Größe des Kleinfingernagels zu erkennen. Typisch ist daher ein Bild von Reihenstichen, die auch als Wanzenstraßen bezeichnet werden. Die Stiche sind in der Regel schmerzfrei, und werden daher erst nach dem Aufwachen bemerkt. Sie können aber oft kleine Blutungen, Quaddeln und intensiven Juckreiz auslösen. Behandelt werden können sie mit juckreizstillenden Gelen oder Salben.
Bettwanzen kommen besonders häufig in warmen Ländern vor. Die ausgewaschenen Wanzen werden 4,8 bis 8,5 mm lang. Im voll gesogenen Zustand erscheinen sie dunkelbraun. Ungesogen sind eher hellbraun und papierdünn. In ihrem einjährigen Leben legen die weiblichen Bettwanzen um die 500 Eier. Die Dauer der Entwicklung ist temperaturabhängig, das heißt je wärmer das Zimmer ist, umso schneller erfolgt das Schlüpfen der Larven.
In einem betroffenen Haushalt kommt es deshalb oftmals zu einem Massenbefall. Die Insekten sind sehr mobil und können in einer Minute bis zu einem Meter zurücklegen. Sie können zudem relativ lange hungern, wobei allerdings höhere Temperaturen rascher zum Tode führen als niedrige. Bei mäßigen Temperaturen können Bettwanzen daher bis zu sechs Monate ohne Blutnahrung überleben. Gegen Frost sind Bettwanzen unempfindlich.
Um herauszufinden, ob man Bettwanzen in Koffer- oder Taschenverschlüssen aus dem Urlaub mitbekommen hat, kann man ganz einfach in die Verschlüsse hineinhauchen. Und durch das aus diesem Atem gegebene Kohlendioxid werden die Tiere aus ihrem Versteck gelockt und kommen hervor.
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